Christuskirche Sulzbach-Rosenberg

evangelisch in der Herzogstadt

Die Christuskirche in Sulzbach-Rosenberg

Die Christuskirche in der Sulzbacher Neustadt wurde im Jahr 1958 eingeweiht.
Sie wurde erbaut auf Grund der Planungen des Münchner Architekten Gustav Gsaenger.
Besonders wenn man von der Neustadt auf die Christuskirche schaut, erkennt man die städtebauliche Leistung des Architekten. Auf einem relativ kleinen Platz sollte eine große Kirche gebaut werden.

Vorausgegangen war das Ende des Simultaneums mit seiner 300 jährigen Geschichte. Am 22. Februar 1652 (vor jetzt genau 350 Jahren) bestimmte der protestantische Pfalzgraf Christian August von Sulzbach, dass sich beide Konfessionen die Stadtpfarrkirche St. Marien teilen sollten.
In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl Sulzbachs stark an, so dass die eine Kirche für zwei Konfessionen nicht mehr ausreichte. Nach langen Verhandlungen wurde der Bau einer zweiten Kirche, der evangelischen Christuskirche, auf einem von der katholischen Kirche zur Verfügung gestellten Grundstück beschlossen.
Die evangelische Kirchengemeinde schrieb einen Architektenwettbewerk aus und unter den eingegangenen Plänen wurde der von Gustav Gsaenger ausgewählt. Sein Vorschlag war der überzeugendste, aber auch der konservativste, denn es handelt sich um eine Kirche in der klassischen Form.
Die Kirche hat ein rechteckiges Langhaus und einen angebauten Turm.
Die Mauern sind noch gemauert und nicht aus Stahlbeton hochgezogen. Die Fenster sind als Fenster erkennbar, nicht durch Glaswände ersetzt. Stahlbeton ist sparsam eingesetzt.
Die Kirche hat eine Länge von 34m; und ist 17m breit,  das Kirchenschiff ist12m hoch, Turm ist 60m hoch, genau wie St. Marien. Hier hat man auf Parität geachtet. Die Kirche hat etwa 800 Sitzplätze.

Am 28. September 1958 wurde sie vom damaligen Landesbischof Hermann Dietzfelbinger eingeweiht. Zu diesem Zeitpunkt gab es in der Kirche noch keine Orgel. An der Stelle, an der im folgenden Jahr die Orgel errichtet werden sollte, gähnte noch ein großes Loch.

Der Innenraum wurde im Stil der damaligen Zeit gestaltet. Es war der spröde Charme der 50 Jahre. Gsaenger hat dabei einen eigenen Stil entwickelt, der sich aber nicht durchsetzen konnte. Er hat keine Schule gebildet. Nach ihm kamen die Glas- und Betonkünstler.

Raumbeherrschend ist das Altarbild, gestaltet von der Tochter des Architekten, Angela Gsaenger. Es ist 11m hoch und 7m breit und besteht aus1100 Platten. 33 Sorten Marmor aus 7 Ländern. Besonders hier lohnt sich der Vergleich mit der St. Matthäuskirche in München.

Bevor wir das genauer ansehen, erkennen wir auch: der Mittelgang ist seitlich versetzt. Die Kirche ist assymetrisch gestaltet. Der Grund dafür ist, dass eine Empore eingezogen werden musste, um die geforderten 800 Sitzplätze auf dem beschränkten Raum ermöglichen zu können.

Das Altarbild zeigt eine Vision von Golgatha und dem himmlischen Jerusalem.
Die unterschiedlichen Farbtöne ergeben ein eindrucksvolles Bild, wobei die vergoldeten Tore Jerusalems besonders farblich hervorstechen.
Im unteren Teil erkennen wir Golgatha, den Hügel vor den Toren der Stadt Jerusalems mit den drei Kreuzen. Das Kreuz Jesu ist in das helle göttliche Licht des himmlischen Jerusalems getaucht und ragt als sichere Brücke in die Stadt hinein. Aber auch das Kreuz des an die Vergebung glaubenden Schächers hat noch Anteil am hellen Licht. Die Künstlerin betont damit, dass auch dieser mit Jesus am Kreuz hängende Verbrecher noch eine Chance zur Umkehr hat. Insgesamt ist das Bild eine Einladung, sich auf dem Weg ins himmlische Jerusalem am Kreuz Jesu zu orientieren.

In Einheit mit dem Altarbild steht das große Hängekreuz, geschaffen von dem Ruhpoldinger Künstler Andreas Schwarzkopf. Es ist 5m groß,  2,75m der Korpus Christi, aus einem Stück Lindenholz geschnitzt, nur die Arme sind angeleimt. Christus wird als der Vollendete dargestellt, "es ist vollbracht". Die Alternative ihn als den Leidenden, Gequälten darzustellen, wurde verworfen.

Über vier Stufen geht man in den Altarraum. Der Altartisch ist aus grauem Fürstensteiner Marmor gestaltet, 3m lang. Dazu passen das Altarkreuz, die Kerzenständer und die Antependien im Stil fünfziger Jahre.  Die Kanzel aus kirschrotem Ruhpoldinger Marmor zeigt  Flachreliefs von Andreas Schwarzkopf, die bei der Einweihung noch nicht fertig waren und nachträglich angefügt wurden. Die Farben im Chorraum bilden eine  Einheit. Im Altarbild werden sie zusammengefasst.

An der Straßenseite hängt das Epitaph (Grabbild) von Ulrich Sitzinger mit dem Titel:
"Jesus segnet die Kinder". Ulrich Sitzinger war ein 1574 verstorbener Landrichter.
Das Bild hat besondere Bedeutung, denn es hing vorher in der Stadtpfarrkirche.
und ging  dann sozusagen  als Mitgift bei der Auflösung des Simultaneums in die Christuskirche. Es ist die einzige Erinnerung an die Stadtpfarrkirche.

Die Kirche wurde von Gustav Gsaenger in einheitlichem Stil gestaltet. Die besondere Kunst war, auf einem relativ beengten Bauplatz eine große Kirche zu bauen, die sich ins Ensemble einfügt. Gsaenger ist das gelungen, er hat eine schöne Kirche gebaut.

Der Kirchenvorstand wählte den Namen "Christuskirche" im Gegenüber zur katholischen Kirche, mit der zusammen sie die Ansicht von Sulzbach-Rosenberg dominiert.

(Weitere Informationen findet man in der Festschrift zum fünfzigsten Geburtstag der Christuskirche "Zur Ehre Gottes" 2008) 

Wolfgang Bruder

Pfarramt Christuskirche

Pfarrplatz 6 * 92237 Sulzbach-Rosenberg

Telefon: 09661 891 -150 Fax: -151

pfarramt.christuskirche-suro@elkb.de

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Do zusätzlich 14 Uhr bis 18 Uhr

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