Christuskirche Sulzbach-Rosenberg

evangelisch in der Herzogstadt

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Christuskirche: Neue Orgel

Orgel Christus 3Manche Leute finden auf der Straße einen Glückspfennig. Andere finden eine Orgel. Das ist Dekanatskantor KMD Gerd Hennecke passiert.

Der Fund war Zufall. KMD Gerd Hennecke ist nicht nur Dekanatskantor, sondern auch Orgelsachverständiger der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche. In dieser Funktion war er im Mai letzten Jahres in Niederbayern zu einer Orgelabnahme. Der Orgelbauer erzählte ihm eine traurige Geschichte. In Nürnberg stehe eine kleine Orgel, die niemand mehr brauche und die wohl jetzt weggeworfen werde. Da wurde Hennecke hellhörig.

Er fuhr noch am selben nach Nürnberg zum Martin-Luther-Haus, einer Jugendhilfeeinrichtung, wo die Orgel jahrelang unbenutzt ein Schattendasein führte. Die Sekretärin der Einrichtung wusste nicht einmal, dass es das Instrument gab! Gebaut wurde es 1959 für das Mädchenheim der Nürnberger Stadtmission von der weltbekannten Orgelbaufirma Walcker aus Ludwigsburg als Opus 3383. Trotzdem war Hennecke zuerst skeptisch. Damals war nämlich eine Zeit großer Umbrüche im Orgelbau. Wenig später hätte man beim Bau viel Plastik und minderwertiges Schichtholz verwendet. Tatsächlich ist die kleine Walcker-Orgel aber sehr solide aus gutem Holz gebaut und, was Hennecke besonders freut, mit einem großen Bassregister ausgestattet. Außerdem verfügt sie über fünf Register, die über das Manual gespielt werden. „Ich hörte gleich, da lässt sich etwas daraus machen“, erinnert er sich an die Entdeckung. Zuerst dachte er, das sei die ideale Orgel für das Andreas-Raselius-Haus in Hahnbach. Beim genauen Messen zeigte sich aber, dass sie dafür etwa 10 cm zu hoch ist.

Eile war geboten, weil im Luther-Haus renoviert werden sollte und deshalb die Orgel sofort abgebaut werden musste. Kurios: Beim Abbau fand Hennecke unter der Motorkiste ein Mäusenest und daneben ein Spielzeugauto. Sind die Mäuse mit dem Auto in die Orgel eingezogen?

Hennecke lagerte das Instrument in Einzelteile zerlegt erst einmal ein, suchte einen Aufstellungsort und kümmerte sich um die Finanzierung. Denn die Orgel selbst kostete zwar nichts, aber für den Transport, den Aufbau und die Neuintonation sind Kosten in Höhe von rund 3.800 Euro angefallen. Das ist billiger als ein gutes Klavier, betont Hennecke und dankt mehreren musikbegeisterten Spendern, die schon 3.500 Euro aufgebracht haben.

Orgel Christus 4Inzwischen hat sich auch ein guter Platz gefunden. Die kleine Walcker-Orgel steht jetzt in der Christuskirche auf der Seitenempore ganz vorn, wo sie zukünftig für Taufen, Hochzeiten und Andachten benutzt wird. „Das ist ideal für die musikalische Gestaltung von kleinen Gottesdiensten, wenn der Pfarrer nicht mit dem Mikrophon spricht“, erläutert der Kantor. Außerdem hat sich der Ort als akustisch hervorragend für das Begleiten von kleinen Chorgruppen und Solisten erwiesen.

Hennecke denkt auch in die Zukunft. Die Elektrik der großen Schmid-Weigle-Orgel muss saniert werden, weil sie nicht mehr den Vorschriften entspricht. In dieser Zeit kann dann die Walcker-Orgel sie vertreten. Orgelbauer Rainer Kilbert aus Hönighausen hat eine Wartungs- und eine Deckenklappe in die Orgel eingebaut und sie meisterhaft in einer historischen Barockstimmung intoniert. Damit eignet sie sich jetzt hervorragend für die neuen Aufgaben.

Am Sonntag "Carnigeniti" erklang das Instrument erstmals im Gottesdienst in der Christuskirche, als Hennecke das Gesangstrio „Die drei Grazien“ daran begleitete. In den fünf Passionsandachten wird sie jeweils zusammen mit einem anderen Instrument erklingen und so ihre Vielseitigkeit beweisen. Offiziell vorgestellt wird die kleine Walcker-Orgel am 21. Februar im Gottesdienst um 9 Uhr.

Eine kleine Prinzessin in der Christuskirche

Seit Mitte Februar steht auf der Seitenempore eine kleine Orgel. Sie stammt aus der Stadtmission Nürnberg, wo man keine Verwendung mehr für sie hatte.

Im Jahr 1959 im selben Jahr wie die große Orgel erbaut, freut sie sich auf das neue Leben bei uns, wo sie zum ersten Mal in einer schönen Akustik erklingen kann.

KMD Gerd Hennecke vermittelte das Instrument an unsere Gemeinde. Die Orgelbaufirma Kilbert renovierte und intonierte sie neu und baute sie auf der Seitenempore auf. Sie wird uns bei Andachten, Taufen und Hochzeiten mit ihrem Klang erfreuen und auch, wenn unsere Königin, die große Schmid-Weigle-Orgel wegen einer Elektrosanierung schweigen muss, sie würdig vertreten.

Am Sonntag Invocavit wird das Instrument durch unsere Organisten Christian Hammerschmidt sowie KMD Gerd Hennecke im 9 Uhr Gottesdienst vorgestellt.

Hier und auch unter dem URL-Code wird die Orgel in Bild und Ton musikalisch vorgestellt.

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