Konvent 2024: Homosexualität auch in Ostmähren Thema der Synode

Auch im Herbst 2024 wieder fuhr eine Delegation nach Tschechien, um an der Synode der Partner teilzunehmen.
Sehr kontrovers diskutiert wurde der Umgang mit homosexuellen Paaren. 2023 hatte die Synode beschlossen, dass Pfarrer gleichgeschlechtliche Paare segnen dürfen. Die erneute Diskussion wurde nötig, weil sich das tschechische Eherecht geändert hat. Schon seit 1994 ist die Eheschließung im Standesamt nicht mehr obligatorisch, sondern auch in der Kirche kann vor dem Pfarrer eine rechtsgültige Ehe geschlossen werden. Nach dem offiziellen Sprachgebrauch „assistiert“ hier die Kirche dem Staat. Jetzt haben homosexuelle Paare die Möglichkeit, eine staatlich anerkannte „Partnerschaft“ zu begründen.

Die Synodalen diskutierten, ob Pfarrer das Recht haben sollten, gleichgeschlechtliche Paare zu verpartnern. Mit einer knappen Mehrheit stimmte die Synode dafür, dass Pfarrer „assistieren“ dürfen, aber nicht müssen. Schon bisher habe es ja die „doppelte Sackgasse“ gegeben, die die Gewissensfreiheit schützt: Die Begründung einer Partnerschaft in einer Kirche ist nur dann möglich, wenn der Pfarrer und auch der Kirchenvorstand damit einverstanden sind. Sonst muss das Paar sich entweder einen anderen Pfarrer oder eine andere Gemeinde mit einem aufgeschlosseneren Kirchenvorstand suchen.

Die Oberpfälzer Delegierten, Pfarrer Dr. Roland Kurz, der Präses der Synode des Altdekanats Sulzbach-Rosenberg Hans-Peter Pickel und Dekanatsfrauenbeauftragte Corinna Groth, hatten viel Gelegenheit, mit ostmährischen Pfarrerinnen und Pfarrern, aber auch mit Vertretern der Stadt Vsetín zu sprechen. Der stellvertretende Bürgermeister Jiří Růžička und Daniela Divinova, die Leiterin der Stadtbibliothek, möchten die Kontakte nach Deutschland gern intensivieren. Besonders herzlich war die Begegnung der Oberpfälzer mit Daniel Heller, dem Partnerschaftsbeauftragten des Seniorats, den Kurz zum Annabergfest einlud. „Schon lange sind die Böhmischen Brüder in Ostmähren nicht mehr nur unsere Partner, sondern echte Freunde geworden“, fasste Kurz zusammen, „der Austausch mit ihnen ist immer wieder bereichernd.“